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Die in den 1980igern von Ing. Werner Reb entwickelten, seitdem
auch von Theo Jung in „Tornado“ Einsteckläufen
eingebauten 6,5x50 R und 7x50 R können mit kalibergroßen,
schweren, dabei hinlänglich flach schießenden Projektilen
guter Augenblickswirkung und Wildbretschonung verladen werden. Schützen-
und waffenfreundlich sowie mindestens so präzise wie 5,6x50
R/5,6x52 R sind 6,5x50 R und 7x50 R leistungsfähige Rehwildpatronen.
Ausgesuchte Ladungen erreichen unter Ausnützung des maximalen
Gasdrucks von 3200 bar Cu eine E100>2000 J und damit die Hochwildtauglichkeit
nach BJagdG, weswegen mit ihnen Frischlinge oder gelegentliche schwache
Stück Rot- oder Damwild oder Muffelwild legal erlegt werden
dürfen und können.
Sofern keine fertigen Hülsen zur Verfügung stehen, dienen
auf 6,5 bzw. 7 mm aufgeweitete 5,6x50 R als Grundhülsen. Um
zur Unterbringung von mehr Treibladungsmittel den Pulverraum vergrößern
und die aus Gründen der besseren Präzision erwünschte
steile Hülsenform erreichen zu können, wird deren Schulter
vorverlegt, auf 40° sprengverformt und dabei ein neuer P2-Durchmesser
gebildet. Eine nur schwach konische Steilschulterhülse nützt
die Energie des Treibladungsmittels besser, führt zu verminderter
Laufwärme und damit Erosion und garantiert die längere
Lebensdauer von Hülse und Lauf. Ein weiterer Vorteil der Steilschulter
ist die präzisionsfördernd „doppelte“ Festlegung
des Verschlussabstandes, wenn dieser - bei richtig ausgeformter
Hülse - gleichzeitig durch Rand und Hülsenschulter gebildet
wird.
Die Patronenherstellung erfolgt durch Sprengverformung (Feuerformung)
einer mit Zündhütchen und Pulverladung versehenen Neuhülse
5,6x50 R, der ein mit Heckkonus versehenes Geschoss so aufgesetzt
wird, dass dessen Heck den Hülsenhals von 5,6 mm auf 6,5 bzw.
7 mm aufweitet. Flachbodengeschosse brauchen konische Aufweiter.
Das Geschoss der Feuerformpatrone wird weit herausgesetzt und soll
die Felder berühren, was die Zentrierung der Patrone im Lager
ermöglicht und den für die Sprengverformung nötigen
Druck sichert. Zum Feuerformen dürfen nur geeignete, überprüfte
Pulverladungen verwendet werden, keinesfalls Gebrauchsladungen.
Die Sprengformung ergibt Hülsen von 49,5 mm, die durch Innenhals
aufreiben, gleichmäßig kürzen und Mundkante brechen
aufgearbeitet und zu fertigen Patronen vervollständigt werden.
Nach der Feuerformung, die zweckmäßiger Weise der Übung
auf die (laufende) Scheibe dient, kann die fertig geformte Hülse
wie jede andere weiter verarbeitet werden.
Die 6,5x50 R operiert mit Geschossen von fünf bis zehn Gramm.
5 g Geschosse können bis 1000 m/s beschleunigt werden, was
der Leistung der viel größeren und „heisser“
verladenen 5,6x57/R mit 4,8 g Geschoss entspricht, oder der 5,6x50
R mit nur 3,6 g schweren TS. Andererseits beschleunigt die 6,5x50
R, ohne den Maximaldruck von 3200 bar zu überschreiten, ein
„dickes“ 10,3 g TR auf die Leistung der bewährten
6,5x54 Mannlicher Schönauer, trotz der vergleichsweise kleinen
Hülse. Zwischen den Extremen liegen mittlere Geschosse: Das
6,0 g TS von RWS hat eine V0 von 915 m/s, 7,8 g Geschosse sind bis
770 m/s und 9,0 g Geschosse bis 720 m/s schnell. Will man ein Minimum
von Wildbret- und Balgzerstörung bei möglichst flacher
Flugbahn und guter Wirkung haben, so wird man die 6,5x50 R eher
auf mittlere Leistung einrichten.
Das gleiche gilt für die ebenfalls auf 3200 bar (Cu) zugelassene
7x50 R, auch hier kann der Schütze zwischen etwa fünf
und etwa zehn Gramm Geschossmasse wählen. 965 m/s werden mit
7 mm/5,1 g TR erreicht, 850 m/s mit 6,5 g TH. Es gibt auch Voll(mantel)geschosse
für den Fuchs. 800 m/s schnelle 7,8 g und 690 m/s schnelle
10,0 g Geschosse machen die 7x50 R legal auf Hochwild. Bestpulver
sind mittlere TLM wie Rottweil R 903 (auch R902); zur Anzündung
wird ein kräftiges SR Zündhütchen wie RWS 4033 benötigt.
Fertig geladene Patronen 6,5x50 R und 7x50 R können Sie demnächst
auf dieser Homepage erwerben.
Das Urheberrecht für diesen Text liegt bei
Werner Reb. |